HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte

Hallo zusammen, ich bin Timo.
In der heutigen Folge geht es um das Thema »Wertschätzender Umgang im Team«.

»Ein wertschätzender Umgang hat positive Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit und die Motivation der Beschäftigten«. Dem könnt Ihr als Pflegekraft wahrscheinlich erstmal so zustimmen.

Ich zeige Euch in dieser Folge, was Ihr selbst zu einem wertschätzenden Miteinander beitragen könnt. Denn Wertschätzung im Team ist mit sehr viel weniger Aufwand verbunden, als Ihr es jetzt vielleicht noch denkt.

Wertschätzung ist ein aktuelles Thema. Besonders in Gesundheitsberufen. Einige von Euch haben bestimmt schon eine konkrete Vorstellung, was Wertschätzung für sie bedeutet – es ist aber häufig schwierig, wenn diese Vorstellungen konkret benannt werden sollen. Kann Wertschätzung überhaupt treffend, kurz und knapp beschrieben werden?

Ein Vorschlag: »Unabhängig von persönlichen Leistungen bezeichnet Wertschätzung eine innere und positive Grundhaltung. Mitmenschen werden voraussetzungslos geachtet.«

Demnach setzt Wertschätzung also an der »Basis« an und sollte etwas Selbstverständliches sein – eben etwas Grundlegendes. Und niemand muss sich Wertschätzung verdienen – es ist also nicht an Leistungen oder Erfolg gebunden.

Diese »Basis« ist wichtig für jedes Team. Fehlt Wertschätzung im Pflegealltag und wird auch noch viel kritisiert, können die Arbeitsfreude und auch die Leistungen im Team abnehmen. Wenn Teammitglieder aber wertschätzend miteinander umgehen und kommunizieren, sind die Arbeitsergebnisse besser.

Und wir fühlen uns auch einfach gut, wenn uns jemand nette Worte sagt. Dadurch schüttet unser Gehirn nämlich Dopamin aus. Eins unserer Glückshormone.

Nachdem wir etwas über die Bedeutung und die positiven Effekte von Wertschätzung im Team erfahren haben, geht es jetzt um praktische Tipps.

Es gibt fünf Stufen, die Euch zu mehr Wertschätzung im Pflegealltag verhelfen können. Stellt sie Euch am besten bildhaft vor:

  • Auf der niedrigsten, also der untersten Stufe steht die »Aufmerksamkeit«.
  • Fragt Euch mal Folgendes: Wie geht es Euch selbst, wenn Ihr einen Kollegen auf dem Flur etwas fragt und er scheinbar durch Euch hindurchsieht? Oder wie fühlt Ihr Euch, wenn Ihr bei der Übergabe ein Thema ansprecht und die anderen Kollegen kommentarlos zum nächsten Punkt übergehen?
  • Machen wir mit der zweiten Stufe weiter: dem »Respekt«.
  • Überlegt mal selbst: Wie oft ist es schon passiert, dass ihr einem Kollegen ins Wort gefallen seid? Oder habt Ihr auch schonmal eine Person bei bestimmten Fragen nicht miteinbezogen, obwohl es sie ebenfalls betraf?
  • Auf der dritten Stufe steht dann die »Höflichkeit«. Eigentlich für viele von Euch bestimmt total normal, oder? Aber es schadet trotzdem nicht, es nochmal zu erwähnen!
  • Denn wie höflich fandet Ihr es das letzte Mal, als ein einfaches »Hallo« im Fahrstuhl nicht vom Gegenüber erwidert wurde?
  • Die vierte Stufe bildet die »Toleranz«. Das bedeutet ja, dass man eine andere Person so akzeptiert, wie sie ist. Na klar – erstmal. Aber es ist eben nicht nur wichtig, Personen mit gleichen Ansichten wertzuschätzen. Es ist genauso wichtig, Personen zu tolerieren, die Vorstellungen vertreten, die eben nicht unbedingt mit den eigenen übereinstimmen.
  • Auch wenn die Frage vielleicht etwas provoziert – aber fragt Euch mal ehrlich: Geht Ihr mit jeder Person in eurem Team wirklich gleich um – toleriert Ihr alle im gleichen Ausmaß?
  • Die letzte Stufe bildet dann die »Empathie«. Auch hier gilt natürlich, dass man grundsätzlich empathisch sein sollte. Damit man sich in die anderen Personen »reinfühlen kann«. Die Empathie, ist besonders für eine individuelle und bedürfnisorientierte Pflege wichtig. Aber auch innerhalb vom Team kann sie helfen, damit wertschätzender miteinander umgegangen wird.
  • Hattet Ihr nicht auch einfach schonmal einen »schlechten« Tag – habt etwas Privates bei der Arbeit mit euch rumgeschleppt und in der Schicht einfach nur funktioniert? Wie gut tat es Euch dann, als ein Kollege ehrlich gefragt hat, wie es Euch geht?

Es ist eigentlich nicht schwer, Wertschätzung ins Team zu bringen – denkt dafür an die fünf Stufen, also: Aufmerksamkeit, Respekt, Höflichkeit, Toleranz und Empathie. Und dabei ist jede Stufe gleich wichtig. So könnt Ihr auf verschiedene Art und Weise zu mehr Wertschätzung im Team beitragen.

Tschüss für heute,  bis zum nächsten Mal.

Das war HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte im Rahmen von WERTGESCHÄTZT – einer Initiative von Betriebskrankenkassen.