HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte

Hallo, ich bins Timo.
Heute geht es darum, wie Ihr das Gemeinschaftsgefühl in Eurem Team noch mehr stärken könnt.

Ihr habt in Eurem Job alle ein Ziel: die Pflege selbst – und zwar so, dass die Pflege sichergestellt ist und die Patienten oder Bewohner zufrieden sind. Aber verfolgt Ihr dieses Ziel auch gemeinsam, als Team? – Oder kocht jeder eher sein »eigenes Süppchen«? Dem einen fällt Teamarbeit leichter, als dem anderen. ABER: Wenn alle im Team gut zusammenarbeiten, hat das viele Vorteile: zum Beispiel sind wir motivierter und kreativer.

Ich möchte Euch heute zeigen, wie Ihr Euer Gemeinschaftsgefühl im Team bewusst stärken könnt.

Damit wir uns mit dem Thema beschäftigen können, müssen wir erstmal wissen: Was macht ein Team eigentlich zu einem Team?

Klar – jeder von uns benutzt das Wort »Team« im Alltag – vor allem auf der Station oder in dem Wohnbereich. Überlegt einmal: Wann ist für Euch ein Team auch wirklich ein Team? Hier einmal ein Versuch, das Ganze kurz auf den Punkt zu bringen: Bei einem Team ist es vor allem wichtig, dass alle Mitglieder ein gemeinsames Ziel haben. Es wird eng zusammengearbeitet und man hat ein Gemeinschaftsgefühl. Ein gutes Team geht partnerschaftlich miteinander um; entscheidet gemeinsam – möglichst gleichberechtigt; ist geprägt von einem Teamspirit und einem Wir-Gefühl. Wie ist es bei Euch?

Ich möchte Euch nun zeigen, was Teamarbeit ausmacht und welche unterschiedlichen Phasen der Teamentwicklung es dabei gibt.

Themenblock B: Das Phasenmodell der Teamentwicklung

Teamarbeit – eigentlich sagt der Name bereits alles, oder? Lasst uns aber vielleicht trotzdem noch einmal gemeinsam festhalten, was das alles bedeuten kann. Teamarbeit heißt  

  1. eine gemeinsame Aufgabe zu übernehmen, wie die Pflege der Patienten oder Bewohner;
  2. Arbeitsabläufe selbst zu koordinieren und zu kontrollieren, wie die Planung der Schichten mit Laufplänen; und
  3. gemeinsam verantwortlich für das Ergebnis zu sein, also zum Beispiel, dass die »ganze Arbeit« im Pflegealltag auch erledigt wird.

Aber wie schafft man es, dass Teamarbeit im Pflegealltag auch wirklich gut läuft? Dabei kann das Phasenmodell von Bruce Tuckman helfen: Es zeigt uns, welche 4 Phasen für eine gelungene Teamarbeit in der Pflege wichtig sind. Und die gehen wir nun Schritt für Schritt durch. Schaut dabei einfach für Euch selbst: In welcher Phase befindet Euer Team sich gerade? Denn es kann auch sein, dass bestimme Phasen für Euch gar nicht mehr wichtig sind.

Ganz am Anfang der Teamentwicklung steht die „Forming-Phase“: Wir befinden uns also in einer Art Test-Phase: alle Mitglieder lernen sich erstmal kennen. Eindeutige Ziele und Abläufe sind noch nicht klar.

In der sogenannten „Storming-Phase“ lernen sich die Teammitglieder dann besser kenn – das kann positiv sein, aber auch negativ. Man merkt, mit welchen Mitgliedern man gut klarkommt – und mit welchen weniger. Deswegen kann es hier auch zu der ein oder anderen Spannung kommen.

Kommen wir nun zur »Norming-Phase«. Hier gehen alle bereits offener miteinander um – so entstehen »Spielregeln«; Rollen und Aufgaben werden verteilt. Ein Team ist in dieser Phase also bereits in der Lage, lösungsorientierter zu arbeiten.

Nach der »Norming-Phase« geht es über zu der „Performing-Phase“. Diese Phase zu erreichen, ist das Ziel einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Hier ist das Team leistungsfähig und arbeitet eigenständig. Und der Umgang untereinander ist wertschätzend und respektvoll.

Ok – jetzt haben wir einmal die unterschiedlichen Phasen der Teamentwicklung besprochen. Aber was bedeutet das konkret für den Pflegealltag? In der Pflege arbeiten einige von Euch schon jahrelang in einer ähnlichen Konstellation zusammen – manche von Euch sind erst seit kurzer Zeit auf der Station oder in dem Wohnbereich. Vielleicht kommt ein Kollege zu Eurem Team dazu; oder ein anderer verlässt es. Aber ganz egal, in welcher Situation Ihr Euch und Euer Team gerade seht: es kann immer wieder zu Phasen kommen, in denen Ihr die Rollen und Aufgaben neu festlegen müsst – und das ist ganz normal. Wichtig ist aber, dass Ihr trotzdem das Erreichen der vierten Phase, also der »Performing-Phase«, als Ziel im Auge behaltet.

Natürlich hat jede Einrichtung in der Pflege Ihre eigene Kultur, die im Alltag gelebt wird. Da fließen unterschiedliche Werte ein, die dann wiederum Einfluss auf das »Wir-Gefühl« im Team haben. Zum Beispiel sind Werte wie Ehrlichkeit, Offenheit oder Transparenz wichtig, um ein solches »Wir-Gefühl« zu stärken. Aber Ihr könnt Euch auch als Kleinteam stärken – und da Ihr im Pflegealltag immer wieder in wechselnden Konstellationen zusammenarbeitet, ist das besonders wichtig. Und darum geht’s jetzt!

Wir haben über die unterschiedlichen Phasen der Teamentwicklung gesprochen. Jetzt geht es darum, wie ihr die verschiedenen Kernelemente dieser Phasen in Eurem Pflegealltag umsetzen könnt.

Als erstes ist es wichtig, dass Ihr als Team Eure Ziele und Aufgaben festgelegt. Also: Was ist Euer gemeinsames Ziel? Welche Ziele wurden Euch vorgegeben? Wichtig ist dabei immer, dass Ihr Eure Ziele so bestimmt, dass Sie für Euch auch erreichbar sind. Für Euren Pflegealltag könnte das zum Beispiel Folgendes bedeuten: Ihr habt das Ziel, die Pflege sicherzustellen, auch wenn es zeitweise etwas »trubelig« sein kann.

Was eine gute Teamarbeit auch stärkt, ist eine Verteilung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten – und zwar von jedem einzelnen Mitglied. Fragt Euch also einmal selbst: Wer hat welche Aufgaben und welche Voraussetzungen sind erforderlich, damit die Aufgaben auch erledigt werden können? Welche Stärken und Erfahrungen haben die einzelnen Mitglieder? In Eurem Team könnte das unter anderem sein, dass bestimmte Kollegen für volle Wasserkisten oder Termineintragungen im Kalender zuständig sind.

Damit Ihr als Team gut funktioniert, muss man aber auch ein paar Regeln schaffen. Mit Regeln meine ich hier nicht Hygienevorschriften oder so – sondern eben eher »Verhaltensregeln«, die in Eurer Zusammenarbeit gelebt werden. Um solche Regeln für Euch zu bestimmen, kann es helfen, wenn Ihr Euch fragt, worauf Ihr Wert bei der Zusammenarbeit legt. Oder was jeder einzelne Kollege tun kann, damit die Zusammenarbeit gut läuft.

So, nehmen wir an, Ihr habt nun Ziele, Aufgaben und Regeln für Eure Zusammenarbeit im Team festgelegt. Damit Ihr Euer Gemeinschaftsgefühl aber auch langfristig stärken könnt, fehlt noch etwas ganz Wichtiges: der regelmäßige Austausch. Denn so könnt Ihr offen und ehrlich über Eure Anliegen sprechen. Zum Beispiel könnte es die Situation geben, dass Ihr und der Patient aus Zimmer 13 einfach nicht »so gut miteinander könnt« – eigentlich steht dieser Patient aber auf Eurem Laufplan. In der Übergabe oder der Teambesprechung könnt Ihr also einen Plan B entwickeln: der Plan B könnte dann so aussehen, dass Ihr an einem Tag ausnahmsweise tauscht oder Unterstützung vom Kollegen bekommt.

Halten wir noch einmal fest: Pflege – ob auf der Station oder im Wohnbereich – funktioniert besonders gut im Team! Es gibt dabei unterschiedliche Möglichkeiten, um Euer Gemeinschaftsgefühl auch im Pflegealltag zu stärken. Schaut einfach gemeinsam, in welcher Phase Ihr Euch als Team gerade befindet und was Ihr für Euren ganz persönlichen Teamspirit noch tun könnt. Viel Spaß dabei!

Bis zum nächsten Mal.

Das war HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte im Rahmen von WERTGESCHÄTZT – einer Initiative von Betriebskrankenkassen.