HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte

Timo: Hallo zusammen, ich bins Timo. In der heutigen Folge geht es um »die Rolle des Praxisanleiters« und darum, wie man im Pflegealltag von der Unterstützung durch Praxisanleitung profitieren kann. Und heute habe ich Alexandra zu Gast. Sie ist als Praxisanleiterin tätig und spricht heute mit uns über das Thema. Willkommen!

Alexandra: Hallo und Dankeschön.

Timo: Praxisanleiter sind in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen häufig unterwegs, um Pflegekräfte während ihrer Ausbildung zu begleiten. Wie siehst Du das: Warum sind Praxisanleiter im Pflegealltag so wichtig?

Alexandra: Die Praxisanleiter verbinden die Theorie mit der Praxis, so ähnlich wie ein Handwerksmeister könnte man sich das vorstellen. Denn in der Schule wird meist eine theoretische Darstellung der Handlungsabläufe vermittelt und wir helfen dir Lerneinheiten zu begreifen und zu verbinden. Die Auszubildenden können diese Umsetzung dann unter Anleitung ausprobieren und so werden sie langsam daran rangeführt, dass Verantwortung für das eigene Handeln tragen müssen.

Timo: Kannst du ein Beispiel nennen für eine Sache, die man theoretisch erlenen aber praktisch erfahren muss.

Alexandra: Ja es gibt das Beispiel der Kompressionsstrümpfe anziehen. Das kann im Unterricht theoretisch erklärt werden und die Schüler können das untereinander üben. Aber die Schüler haben meist eine gewisse Grundspannung und auch muskulöse Beine – in der Praxis sieht das oft anders aus weil wir haben oft ältere Menschen, mit weniger Grundspannung, dann kann ein Bein bei dem man einen engen Strumpf anziehen will schon mal sehr schwer und der Strumpf sehr eng werden.

Timo: Und das muss man dann mal gemacht haben um das zu erleben.

Alexandra: Genau.

Timo: Wie kann man sich das also vorstellen, die Arbeit als Pflegeanleiter? Welche Aufgaben stehen dabei besonders im Vordergrund?

Alexandra: Die Schüler kommen erst mal auf Station und dann muss man die aufnehmen, sich kennenlernen in einem ersten Gespräch, den Mitarbeitern vorstellen. Dann werden die Lerneinheiten, die sie schon besprochen haben einmal durchgegangen zusammen. Der Auszubildende erzählt in welchem Bereich er schon tätig war, welche Erfahrungen er schon gesammelt hat, welche Wünsche und Erwartungen er an die Abteilung und die Praxisanleitung hat. Dann bespricht man zusammen Ziele für diesen Praxiseinsatz und die sind auch individuell je nach dem in welchem Ausbildungsjahr die sind und dann werden punktuelle Prüfungsmaßnahmen festgelegt, das sind Pflegehandlungen, die der Auszubildende planen, erklären und ausführen muss. Also der muss wissen wieso weshalb er dies macht und wie und diese Prüfungen werden reflektiert und benotet. Die Handlungskompetenzen, die überprüft werden, die dienen dazu, dass Fehler sich schlechter einschleichen können und der Auszubildende Sicherheit erlangt. Außerdem kann er so den Umgang mit dem Beobachtungsdruck lernen weil das für die Abschlussprüfung, das Examen sehr wichtig ist. Wir müssen das schriftlich dokumentieren in einem Ausbildungsleitfaden, das ist eigentlich das meiste.

Timo: Das sind ja viele verschiedene Aufgaben und Rollen im Pflegealltag, die ein Praxisanleiter einnehmen muss. Fällt Dir eine konkrete Situation ein, in welcher Dir die Wichtigkeit von Praxisanleitern besonders klar geworden ist?

Alexandra: Ja so eine konkrete Situation wie das kleine Beispiel was ich meinte aber ansonsten brauchen wir selbstbewusste Pflegekräfte und eine gute Anleitung stärkt die Kompetenzen und das Selbstvertrauen. Das ist sehr wichtig. Die Auszubildenden sollten auch die Möglichkeit bekommen kreativ und flexibel zu sein, denn sie müssen ja auf diese Menschen reagieren und man kann das nicht alles von der Theorie in die Praxis im Kopf umsetzen. Und deshalb braucht man Ideen, die sie selber entwickeln können und dafür helfen wir. 

Timo: Am Anfang haben wir ja schon darüber gesprochen, dass eine wesentliche Aufgabe eines Praxisanleiters in der Begleitung von Auszubildenden liegt. Natürlich ist es aber auch wichtig, dass die Auszubildenden von allen anderen Pflegekräften im Team unterstützt werden – aber wie kann das gehen?  Hast Du Tipps und Ideen?

Alexandra: Naja klar muss man die gut ins Team einführen, sich gegenseitig vorstellen die Mitarbeiter den Auszubildenden und den Auszubildenden die Mitarbeiter und alle Kollegen haben ja gewisse Schwerpunkte, die sie gerne machen, die sie durch ihre Berufserfahrung und Fortbildungen gelernt haben und das Wissen geben die gerne weiter. Außerdem unterstützt der Ausbildende die ja auch in der Pflege. Man kann sich das so vorstellen dann sage ich „Nimmst du den Auszubildenden heute mit in deine Zimmer, die du versorgst?“ dann arbeiten die miteinander und können auch voneinander profitieren und das machen die meistens ganz gut. Außerdem darf man nicht vergessen, dass die Mitarbeiter ja das noch nebenbei machen wogegen wir Praxisanleiter auch eine Ausbildung gemacht haben und jetzt nach den neuen Gesetzen einen Refresher-Kurs dafür machen müssen.

Timo: Alexandra, danke für deine Antworten.

Alexandra: Gerne, denn ich finde die Arbeit von Praxisanleitern sehr wichtig, weil wir Examinierten ja auch eine Verantwortung dem Auszubildenden haben und das sind schließlich auch unsere Kollegen von morgen.

Timo: Ein schönes Schlusswort, danke.

Das war HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte im Rahmen von WERTGESCHÄTZT – einer Initiative von Betriebskrankenkassen.