HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte

Hallo ich bin Timo, schön, dass ihr dabei seid.
In der heutigen Folge geht es um „Gesunde Pause“.

»Diejenigen, die die Pause am nötigsten haben, lassen sie am ehesten ausfallen!« Und wer gehört vor allem dazu? – Die Gesundheitsberufe und Berufe mit psychischer Belastung. – Wozu Ihr als Pflegekräfte zählt. Fast die Hälfte von Euch lassen die Pause regelmäßig ausfallen.

Ich möchte Euch motivieren und unterstützen – auch in stressigen Zeiten – einen Weg zur Pause und zu Erholung zu finden. Denn wie schon die englische Dichterin, Elizabeth Barrett Browning, sagte, bringt uns nichts auf unseren Weg besser voran als eine Pause.

Doch wie kann uns nichts besser auf unserem Weg voran bringen, als eine Pause? – Gerade dort, wo man am wenigsten macht und sich nicht weiterbewegt?! Dieser vermeintliche Widerspruch lässt sich leicht erklären: Pausen dienen der Erholung. Und Erholung lässt unseren Körper und Geist regenerieren. Unsere Akkus werden wieder aufgeladen. – Und nur so sind wir fähig, unseren Weg zu gehen.

Bei Pausen unterscheiden wir zwischen verschiedenen Arten. Es gibt Kurz-, Mini- und Mikropausen, die nur wenige Minuten lang sind. Und eben längere Pausen mit über 20 Minuten. Es ist klar, dass es gerade in Pflegeberufen nicht leicht ist, für ausreichend Pausen zu sorgen. Merkt euch aber eins: Gerade mehrere, kürzere Pausen zwischendurch stärken den Erholungsfaktor deutlich mehr, als wenige aber dafür längere Pausen. Wenn ich von Pausen spreche, dann geht es mir nicht nur um die gesetzlich vorgeschriebenen Pausenzeiten, sondern eben auch um die kleinen Breaks. – Und sei es nur für ein, zwei Minuten.

Und wozu das Ganze? Ihr zahlt mit Pausen positiv auf Euer Gesundheitskonto ein. In zahlreichen Studien zeigte sich bereits, dass Arbeitspausen einen positiven Effekt auf die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen haben. Außerdem passieren weniger Arbeitsunfälle und Kopfschmerzen kommen seltener vor.

Pausen wirken sich also positiv auf unsere Gesundheit aus! Doch wie ist es andersherum? – Pausenloses Durcharbeiten bedeutet häufig – wie nicht anders zu erwarten – gesundheitliche Beeinträchtigungen. Denn je länger Erholung aufgeschoben wird, umso größer ist unsere Erschöpfung.

Die Bedeutung von Pausen ist also vermutlich jedem klar und doch werden sie – gerade in Gesundheitsberufen – häufig nicht eingehalten…

Habt Ihr schon einmal gedacht:

  • „Ich nehme mir oft zu viel vor.“
  • „Bei der Arbeit habe ich keinen Ort, um meine Pausen ungestört zu verbringen.“
  • „Wenn ich mich zurückziehen möchte, dann bekomme ich wieder nur „blöde Sprüche“?

All diese Gedanken verdeutlichen, dass das Einhalten und Nicht-Einhalten von Pausen von der eigenen Einstellung, aber auch von den Gegebenheiten abhängig ist. Und damit kommen wir zu unserem nächsten Thema. Denn dort möchte ich Euch aufzeigen, was Ihr für eine erholsame Pause tun könnt.

In drei Schritten gelangt Ihr zu einer erholsamen Pause:

  1. Im ersten Schritt müsst Ihr erkennen und wahrnehmen, dass Ihr eine Pause benötigt.
  2. Im zweiten Schritt müsst Ihr die Motivation haben, eine Pause machen zu wollen.
  3. Und der dritte Schritt ist die eigentliche Erholung.

Klingt ganz leicht, oder? Und doch hapert es nicht selten an der Umsetzung. Damit Ihr es künftig zu einer erholsamen Pause schafft, gehen wir das Ganze nun Schritt für Schritt durch.

Schritt 1: Erkennt die Notwendigkeit von Pausen!

Ihr müsst Euch und vor allem Eure Symptome für Erschöpfung kennen. Woran merkt Ihr, dass Ihr eine Pause benötigt? Habt Ihr Hunger? Sinkt die Motivation? Werdet Ihr müde? Habt Ihr körperliche Beschwerden? – Die Anzeichen können da ganz unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass Ihr auf Euch Acht gebt und auf Euren Körper hört. Und damit geht’s über zu Schritt 2.

Schritt 2: Motiviert Euch für eine Pause!

Wenn Euch klar wird, dass Ihr eine Pause benötigt, dann müsst Ihr motiviert sein, eine Pause zu machen. Dies fällt – erfahrungsgemäß – am leichtesten, wenn man weiß, was einem gut tut. Bei dem einen sind es Entspannungsübungen; bei dem anderen ist es eher körperliche Aktivität; bei wieder anderen sind es ruhige Pausen wie Musik hören oder lesen. Probiert doch einfach unterschiedliche Methoden aus und findet für Euch den richtigen Weg.

Schritt 3: Schaltet mental ab!

Der letzte Schritt ist der eigentliche Erholungsprozess, was das mentale Abschalten beinhaltet. Die Grundvoraussetzung für Erholung.

Doch wie kann nun eine Pause im Pflegealltag aussehen?

Wie bereits zum Einstieg gesagt: Kürzere Pausen zwischendurch sind für die Erholung effektiver als wenige, aber lange Pausen. Versteht mich aber nicht falsch! Nichtsdestotrotz sollt Ihr natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen einhalten. Vielleicht könnt Ihr diese vor allem nutzen, um euch Essen aus der Kantine zu holen und Euch gemeinsam mit Kollegen in den Aufenthaltsraum zu setzen. Beachtet hierbei aber auch, dass Ihr wirklich Abstand zur Arbeit auf der Station oder den Wohnbereichen bekommt. Vielleicht habt Ihr bereits Regelungen zur Pausengestaltung im Team. Falls nicht – sprecht doch mal gemeinsam darüber wie Ihr zum Beispiel sicherstellen könnt, dass die Klingel besetzt ist und dass alle Patienten und Bewohner ausreichend versorgt sind und zeitgleich Leute aus Eurem Team Pause machen können.

Nun aber nochmal zurück zu den Kurzpausen. Hier kann bereits ein Biss ins Brot helfen, einmal durchstrecken oder ein gemeinsames Lachen und ein kurzer Austausch mit den Kollegen. Vielleicht seid Ihr aber auch eher der Typ für Kurzentspannungsübungen? Auch hier gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten:

  • Setzt euch einfach mal kurz hin. Schließt die Augen und spürt, wie sich die Schultern entspannen.
  • Oder Ihr streckt euch indem Ihr beide Hände übereinanderlegt und an den Hinterkopf drückt. Mit dem Kopf gebt Ihr Widerstand und atmet dabei tief aus.

Probiert es doch mal aus!

Kommen wir nochmal zurück zum Anfang: »Diejenigen, die die Pause am nötigsten haben, lassen sie am ehesten ausfallen!«… Ich hoffe, dass Ihr die Wichtigkeit und die Bedeutung einer Pause für Euch nun (wieder)entdeckt habt. Mit einer Pause werden Eure Akkus aufgeladen. Chronische Erschöpfung wird vermieden. Das wirkt sich nicht nur positiv im Arbeitsalltag aus, sondern auch im Privatleben, in der Freizeit mit Eurer Familie, Euren Freunden. – Denn wer sich regelmäßig Auszeiten gönnt – auch wenn sie nur wenige Minuten lang sind – und sich dadurch erholt, der kommt weniger erschöpft von der Arbeit nach Hause!

Zur Umsetzung kann man sich gut die drei Schritte zur erholsamen Pausen vor Augen führen… Wir müssen die Notwendigkeit für eine Pause sehen und erkennen. Wir müssen die Motivation zur Durchführung einer Pause haben. Und dann steht dem mentalen Abschalten bald nichts mehr im Weg. Vielleicht ist eine

Kurzentspannungsübung für den einen oder anderen unter Euch ja eine geeignete Methode, um dem Alltag kurz zu entfliehen.

Und damit sage ich danke fürs Zuhören, tschüss bis zum nächsten Mal.

Das war HörensWert – der Gesundheits-Podcast für Pflegekräfte im Rahmen von WERTGESCHÄTZT – einer Initiative von Betriebskrankenkassen.